Meine Philosophie

Meine enge Verbundenheit zur Mathematik findet in meinen abstrakten Arbeiten ihren künstlerischen Ausdruck. Hierbei spielt insbesondere die Mystik der Zahl Pi eine zentrale Rolle, die als unendliche Folge flüchtiger Zahlenkombinationen auf dem Weg zu Neuem eine ganz besondere Faszination auf mich ausübt.

 

Die optische Sprache der Fotokunst wird auf der ganzen Welt verstanden. Ihre sprachliche Kraft ist die Komprimierung des Gedankens. Die Mathematisierung des Blicks ist die geometrische Entsprechung der Erkenntnis und ihres Objekts.


Auf meinen weltweiten Fototouren suche ich nach Motiven, die meinen Ideen Gestalt verleihen. Später verdichte ich meine Aussagen mit den Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung.


Ich möchte die Schleier wegwischen, die dem Individuum den Blick auf Wahrheiten und Authentizität versperren und ihm somit zum selbstbestimmten Wesen verhelfen. Meine Bilder sind Chiffren, die in unserer hektischen, schnelllebigen und komplexen Welt das Unsichtbare sichtbar machen sollen. Sie konfrontieren den Betrachter mit dieser Auseinandersetzung und versuchen, die dahinter liegende Botschaft zu entschlüsseln.


Der Mensch lebt im Käfig seiner Erziehung, seiner Kultur und seines Umfelds.

Die virtuellen Welten bemächtigen sich seiner immer mehr und führen zur Entfremdung und Vereinsamung. Die neuen Einflüsse verändern seine subjektive Wahrnehmung und somit seine Subjektivität.


In unserer aktuellen Welt verklumpen sich die Käfige unterschiedlicher Kulturen und Traditionen und bilden mit ihren Stillständen, unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten und gegenseitigen Bedrohungen gigantische zähflüssige Massen. Sie durchlaufen eine Odyssee durch ein riesiges Labyrinth von Strömungen.


Der Mensch lebt fragend, suchend, verstehend in diesem unklaren Raum, in dem alles im Fluss ist, er die Anfänge und die Enden nicht kennt und er nur eine kleine Spur hinterlässt, stets auf der Suche nach Orientierung und ohne Gewissheit.


„Der Mensch ist das Tier, dem man die Lage erklären muss. Hebt es den Kopf und blickt über den Rand des Offensichtlichen, wird es von Unbehagen am Offenen bedrängt. Unbehagen ist die angemessene Antwort auf den Überschuss des Unerklärlichen vor dem Erschlossenen.“ (Peter Sloterdijk, Die schrecklichen Kinder der Neuzeit, 2015)

 

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